NIS-2-Akademie

Interview mit Prof. Dr. Lloyd Hildebrand, Arzt und medizinischer Direktor der NIS-2 Akademie.

Als  medizinischer Direktor der NIS-2 Akademie repräsentieren Sie die ärztliche Sichtweise im Unternehmen. Worauf legen Sie besonderen Wert bei der Digitalisierung in Krankenhäusern und Kliniken?

Für mich steht im Vordergrund, dass Digitalisierung die Versorgung verbessert, nicht nur Prozesse digitalisiert. Das bedeutet: Usability für das klinische Team – Dokumentation muss Arbeitsabläufe entlasten, nicht belasten. Interoperabilität und Datenqualität – Standards wie HL7 FHIR und SNOMED CT sind entscheidend, damit Daten für Versorgung, Forschung und KI nutzbar sind. Security-by-Design – Patientendaten sind hochsensibel; NIS-2 verpflichtet uns, Identitäten, Zugriffsrechte und Lieferketten konsequent abzusichern. Digitalisierung ist erfolgreich, wenn sie klinische Realität, Compliance und Technologie intelligent verbindet.

Mit NIS-2 ändern sich Prozesse in der medizinischen Versorgung. Was sind die Vor- und Nachteile und Herausforderungen?

Der größte Vorteil: Resilienz und Sicherheit werden messbar. Kliniken erhalten klare Vorgaben für Cyber- und Prozesssicherheit, was Patientenschutz und Betriebsstabilität stärkt. Die Herausforderungen liegen in der Komplexität: NIS-2 betrifft nicht nur IT, sondern auch klinische Abläufe, Lieferketten und Governance. Das erfordert interdisziplinäre Teams, Schulungen und neue Rollenmodelle. Ein Nachteil ist der Initialaufwand – Inventarisierung, Segmentierung, Auditfähigkeit kosten Zeit und Ressourcen. Aber langfristig entsteht ein robusteres System, das Ausfälle und Angriffe besser abwehrt und die Grundlage für Innovation wie KI und Forschungsintegration schafft.

Was kann die NIS-2 Akademie in diesem Kontext leisten?

Die NIS-2 Akademie bietet praxisnahe Programme, die medizinische, technische und rechtliche Anforderungen verbinden: von ePA-Implementierung über PACS-Härtung bis hin zu Notfall- und Cyber-Resilienz-Übungen. Die Module decken Governance, klinische Usability, Interoperabilität und Security-by-Design ab. Ziel ist, Häuser auditfähig und gleichzeitig versorgungsorientiert zu machen – mit messbaren KPIs und sofort umsetzbaren SOPs.

Wenn NIS-2 Anforderungen für Krankenhäuser zu 60% spezifisch für die Zielgruppe sind, welche Vorteile bietet die Spezialisierung der NIS-2 Akademie?

Die Spezialisierung bedeutet, dass die NIS-2 Akademie nicht nur generische IT-Standards vermittelt, sondern klinische Prozesse, Medizintechnik und Forschung berücksichtigt. Die NIS-2 Experten verstehen OP-Workflows, PACS-Architekturen und regulatorische Anforderungen wie Datenschutz und Medizinproduktegesetz. Dadurch sind die Lösungen realistisch, schnell implementierbar und von Anfang an auf Patientensicherheit und Compliance ausgerichtet.

Wie wird sich die fehlende Schulungskapazität für Gesundheitseinrichtungen auswirken?

Fehlende Schulungskapazitäten für NIS-2 speziell in Krankenhäusern führen zu Verzögerungen bei der Umsetzung und erhöhen das Risiko von Compliance-Verstößen und Sicherheitslücken. Kliniken könnten unter Druck geraten, kurzfristig externe Ressourcen einzukaufen, was teuer und ineffizient ist. Die NIS-2 Akademie setzt auf skalierbare Trainingsformate – digitale Lernplattformen, praxisnahe Webinare, Workshops und Simulationen – um diesen Engpass zu schließen und Teams in der medizinischen und pflegerischen Versorgung nachhaltig zu befähigen.

Zur Person

Prof. Dr. Peter Lloyd Hildebrand (MD), Medizinischer Direktor der NIS-2 Akademie
Lloyd Hildebrand ist Professor für Ophthalmologie. Als Plastisch-rekonstruktiver Chirurg der Ophthalmologe ist er in Las Vegas tätig und berät als Health-IT Fachmann Krankenhäuser und Kliniken. In seiner Berufslaufbahn war er lange Jahre an der Universitätsaugenklinik in Oklahoma City, OK, USA tätig, beriet Kliniken in China und er entwickelte u.a. IT-Systeme für das IT-gestützte Diabetesmanagement. In diesem Kontext war er führend an den IBM-Watson KI-Projekten in Japan und den USA beteiligt.
Im Team der NIS-2 Akademie repräsentiert PLH die ärztliche Sichtweise auf die Regulatorik Welt mit NIS-2 und der KI-Verordnung in der medizinischen Versorgung. Als Fachautor ist er für den SPRINGER-Verlag für die aktuellen Themenbereiche Informationssicherheit und Künstliche Intelligenz in der ärztlichen Versorgung tätig.